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Tag 02 Münster Hövelhof 99 km

Veröffentlicht am 31. Mai 2021 um 21:16

Leider ist Abschied nicht schön. Zweifel kommen auf, ob das alles so eine gute Idee war. 63 Tage meine Familie allein lassen und wahrscheinlich nicht sehen können. WhatsApp Video ist da nur eine schwacher Trost aber immerhin (dazu nachher mehr..). Auf Wiedersehen zu meiner Frau, die letzte Umarmung für lange Zeit. Dann noch Paul das letzte Mal für lange zur Kita bringen. Ich muss echt die Tränen unterdrücken. 8 Uhr wieder zuhause und de letzten Sachen packen und weitere Optimierung an der Fahrradbeladung vornehmen. Spülen, Frühstücken, Blumen gießen, nochmal in den Garten, nochmal zur Toilette... irgendwie will ich es herauszögern, die Haustür ins Schloss fallen zu lassen.... aber nun gehts los. Um 9:40 noch ein Termin für den Corona Test, der für den Campingplatz heute Abend in Hövelhof gefordert wird.... negativ. Endlich geht es nun los, wie ich es mir seit Jahren ersehnt haben. Frei raus radeln, ohne die strikte Begrenzung des 3 wöchigen Jahresurlaubs. Mensch, ich bin 63Tage unterwegs, das Wetter passt und die sentimentale Stimmung weicht der Vorfreude. Zunächst geht es aus Münster raus in Richtung Pleistermühle. Diesen Weg habe ich die letzen zwei Wochen bereits zweimal bestritten. Als Gerneralprobe und für die Social Media Aufnahmen für münsterland TV. Heute fahre ich doch nicht allein. Denn es gesellt sich ein weiterer Radler dazu und fährt mit mir bis nach Telgte.Heute morgen war ein Bericht über meine Abfahrt in den Westfälischen Nachrichten. Er hatte diesen gelesen und wie es der Zufall will, mich hier getroffen. Schön so, über dies und das zu quatschen. Kurz vor dem Flugplatz Telgte verlässt er mich wieder, da er sich um ein Flugzeug dort kümmern muss. Solche Begebenheiten sind eine der Motivation für mich, alleine zu reisen. Man wird verdammt häufig angesprochen und kommt ins Gespräch. Das mag ich. Und : viel Glück mit dem Flugzeug und schau mal auf www.leeenexplorer.de nach. Nun wieder alleine weiter durch die münsterländer Parklandschaft. Sehr schön, gemütlich und behütet. Ganz viel Landschaft und ganz wenig Steigung. Aber : Ostwind ....also Gegenwind. Wenn der Wind aus Osten kommt, ist das blöd, wenn man nach Osten fährt aber gut für das Wettergeschehen. So bleibt das schlechte Wetter, welches ausschließlich aus den Niederlanden kommt, dort. Kurt vor Warendorf der erste Stopp. Schön gelegen an einem See ist dort eine Raststation mit Bänken und einem Aussichtsturm über das Gewässer. Anruf 1 : mein ehemaliger klasse Arbeitskollege, seines Zeichens Personalchef. Er wollte wissen, wie es läuft. Ich konnte nur extrem Positives berichten. Anruf 2 : Radio WMW. Gleich soll ein Radiointerview mit mir gesendet werden. OK? Die Fragen kommen per WhatsApp, die Antworten werden auf dem gleichen Weg per Sprachnachricht gegeben. So läuft das also. Das Ergebnis habe ich leider mangels Radio nicht hören dürfen. Wunderbar kreuz und quer über tolle Wege gest es weiter. Ich muss sagen, dass die Streckenführung recht unoptimiert ist, um schnell von A nach B zu kommen. Aber darum geht es nicht. Man wird belohnt für ruhige Straßen ohne viel Autoverkehr in traumhafter Landschaft. Mittag in Gütersloh. Maskenpflicht im schwitzigen Zustand ist wirklich nicht nett. Nun ja. Auf der Bank sitzend mit einem Brötchen in der Hand werde ich erneut angesprochen und es wird mir ein Nachtlager angeboten, wo ich für lau mein Zeit aufstellen könne. Zu seinem Unmut wurde wohl der R1 umgelegt und keiner kommt mehr dort vorbei. Leider ist es aber zu früh um zu bleiben.  Jetzt noch 40km bis Hövelhof. Der Campingplatz ist um 17 Uhr erreicht. Das erste Mal das Zelt aufgebaut und zur Belohnung eine Curry Pommes Mayo. Aber leider hier mit miserablen Handyempfang. Was kann dieses dämliche E für Edge. Auf jeden Fall keine Daten übertragen. So wird es leider nix mit dem WhatsApp Videocall mit zuhause. Jetzt sitze ich hier vor der Rezeption und nutze das WLAN, was mir netter Weise zur Verfügung gestellt wurde. Und das alles für 10,50 € Übernachtungskosten. Und übrigens: sehr schön hier. 


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Kommentare

Elena
Vor 4 Monate

Toi toi toi! Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Tour, Gesundheit und viele beeindruckende Begegnungen und Impressionen! Falls Sie es bis nach Moskau schaffen, begrüße ich, eine Stadtlohnerin, Sie dort gern mit einem kühlen Gläschen Krim-Sekt :)